2026 02 05 Verlegen nach Allens Cay, Seemannssonntag

Verlegen: Shrout Cay nach Allens Cay.

Wieder Claudia:

Mondfischbesuch am Morgen – sselenruhig schwimmt der kleine Kerl hinter RE, verschwindet dann im Swimmingpool-Wasser unseres Ankerplatzes. Mit uns liegen fast ein Dutzend anderer Katamarane, einige Fahrtensegler und ein paar kleine Motoryachten. Klein nur deshalb, weil weit weg. Das AIS verät den Namen der einen: „Q“.

Ich google: 73m lang ist das 80 Milliönchen-Schiffchen, wurde als Eisbrecher und Versorgungsschiff gebaut und von einem amerikanischen Milliardär zur Expeditionsyacht umgebaut. Man kann sie sogar chartern! 18 Crew kümmern sich um maximal 12 Gäste, die in 8 Suiten residieren können. Spa, Sauna, Fitness, Pool, Whirpool, Spielzeuge wie Helikopter, Mini-U-Boot, Beibootflotte, Offroadfahrzeug, Vespa-Roller, Seabobs, Flybords, Tauchausrüstungen. Es braucht nur 7750.000 Dollar und dieser Luxus gehört dir….für eine Woche!

So nicht schon eine Insel dein ist, wie Musha Cay (David Coperfield), Little Halls Pond Cay (Johnny Depp), Shakira (Bonds Cay), Busch Hill (Tom Hanks). Bei Robby Williams hat´s wohl nicht ganz gereicht, er hat vor kurzem nur ein Häuschen für ein paar lumpige Millionen erworben.

Ach ja, die Schönen und Reichen – sie lieben die Bahamas. Wir auch!

Heute ist mal Blauwassersegeln angesagt. Aus dem türkis leuchtenden Flach hinter den Exuma Cays suchen wir uns einen Durchgang in den sogenannten Exuma Sound, der wesentlich tiefer ist und damit tintenblau erscheint. Der Wind pustet in die Segel und bringt RE auf fröhliche 6 kn Geschwindigkeit.

Wir laufen nach einigen strategischen Überlegungen meiner beiden Seebären auf Nordkurs. Der Wind soll sich in der gesamten nächsten Woche auf nördliche Richtungen einpegeln. Zunächst stärker, wie schon für den heutigen Abend und morgen vorhergesagt, dann abschwächend. Gingen wir nun weiter nach Süden, müssten wir zurück nach Nassau gegenan motoren. Das wollen wir RE und uns nicht wirklich antun. Also verkrümeln wir uns heute erst einmal in einem kleinen Atoll, den Allens Cays, die rundum Schutz versprechen zu scheinen.

Auf dem Weg dorthin schnuppert es schon köstlich aus dem Backofen. Und siehe da – am neuen Ankerplatz ruft Chrischan den Seemannssonntag aus (der auf Donerstag fällt) und serviert einen noch warmen Haselnusskranz auf dem Außendeck.

Dann gönnt sich der Skipper den Luxus eines Sonntagsbades in für ihn polarkaltem Wasser. Nicht ganz freiwillig – beim Ankermanöver wollte ein Marlspieker nicht an Bord bleiben. Der Neoprenanzug sichert Skippers Überleben und so können wir alle drei Bahama-luxeriös bei einem 3-Gänge-Menü den „Sonntag“ beschließen, um uns nachts in den Freitag hinein pusten zu lassen.

Tauchereinsatz – dank Claudia einmal dokumentiert!

© 2020 C. Fuhrmann