2026 03 01 Nebel vor Georgetown, SC

Mittagsposition: 33° 12.60 N, 079° 11.11 W, Etmal: 114,0 sm; kurz vor dem Ankerplatz!

Mit Tagesanbruch wird es etwas unangenehm. Spiegelglatte See – das ist gut – und Nebel. Radar-Wetter. Nun hoffe ich, dass bei dem Wetter keine Angler unterwegs sind, die kein AIS haben. Dann wäre Radar die letzte Chance.

In der Einfahrt nach Georgetown, SC kommt mir ein anderer Segler entgegen. Ziemlich auf Kollisionskurs. Aber in AIS und Radar gut zu sehen. Ich rufe ihn an und er meldet, dass er mich auch „gesehen“ hat und ausweicht. Keine Kabellänge (185 m) entfernt begegnen wir uns. Und ich sehe ihn nur kurz und weil ich weiß, wo ich hinschauen muss! Doch beim Schwatz sagt er, dass inlands gutes, klares Wetter sei!

Doch in dieser grauen Suppe macht das Anlaufen keinen Spaß. Den Navigationsbildschirm stelle ich auf Split-Screen. Links Karte für den Überblick, rechts den Zoom so weit rein, dass ich sicher sehe, dass wir Mitte Fahrwasser sind! (Siehe Bild!)

Und so kommt es auch: Kaum habe ich die ersten beiden Tonnen in Sicht, sehe ich alle Tonnen. Ende Nebel! Doch ich bin zu früh, es setzt ein kräftiger Strom – gegenan! Da der Autopilot damit nicht so recht hin kommt, werfe ich den 2. Motor an. Nutzt aber auch nichts. Diese Situation ist genau auf der Resonanzfrequenz des Systems. Heißt: Die Ausschläge werden immer größer. Eine der wenigen Situationen, in denen ich per Hand besser steuere als der Automat.

Für die technisch Interessierten: Man sieht auf dem Bild deutlich, wie sich die Abweichungen immer mehr aufschaukeln. Nach dem 3. Durchgang nehme ich RE wieder in Handsteuerung….

Eine große Schule Delfine zeiht gemächlich um RE herum. Was werde ich solche Momente vermissen! Ich wollte ja immer noch einmal mit Delfinen schwimmen. (Turk & Caicos – da wäre es sicher gewesen…)

Am Ufer ein Segler, der mahnt: So will ich nicht enden!

Bis zu 4 kn gegenan, beide Motoren auf 2.000 UpM. Da komm ich dann gerade mit guten 2 kn vorwärts. Entsprechend lang zieht sich die Anfahrt hin! Die letzte dreiviertel Meile geht ich eng ans Ufer, keine 50 m entfernt ist es noch gut tief für mich, aber der Strom bremst nur noch mit 2 kn. Und es gibt ein Foto für Ralf!

Dann der vorgesehene Ankerplatz. Gefällt mir gut. Sieht ruhig und nicht nur gegen die Wellen beim erwarteten Nordost geschützt aus. Klar – hier kämpfen Strom und der schwache Wind gegeneinander. Und RE bleibt quasi über dem Anker stehen. Bei 10m Kette wird in Erwartung von 30er Böen in der Nacht Montag zu Dienstag ein Reiter aufgebracht.

Und dann ist Ruhe! Unerwartet warm! Doch leider dreht RE so, dass die Terrasse im Schatten liegt. Nun – dann verziehe ich mich eben in den Salon. Und – auch wenn es früh am Tag ist, beschließe ich: Ankerbier verdient. Und anschließend ein Stündchen Schlaf.

Angekommen!