Mittagsposition: 33° 11.89 N, 079° 04.52 W, Etmal: 5,6 sm.
Um 10 Uhr beginne ich mit Ankerauf-Manöver. Und um 10:15 Uhr geht es dann los. Heute mit dem Strom. Und der ist deutlich stärker als vorhergesagt. So jage ich mit bis zu 8 kn den Weg zurück. In der Einfahrt dann ein kurzer Schreckmoment. Vor mir liegt ein graues Brett. Ooop – nein, ein Delfin. Ach wie schön!
Und dann wird es auf den letzten 2 Meilen „holperig“. Der Strom und der Wind gehen gegeneinander. Und damit baut sich ein ca. 3 m hohe Welle auf. Eigentlich nicht schlimm. Aber die Wellenlänge ist ca. 20 m. Bei 13 m RE heißt das, der Bug saust runter und die nächste Welle haut dann drauf! Nur mühsam kommt RE wieder vorne hoch, um dann natürlich „auf dem Berg“ gerade nach oben zu stehen. Was dann heißt, dass sie ordentlich runter fällt. Es rumst. Und geht von vorne los. Blöde 20 Minuten.
Dann bin ich aus der Einfahrt raus, der Strom ist nur noch schwach und das Wasser tiefer. Die Wellenlänge nimmt zu und RE kann gemütlich hoch und runter fahren.
Es ist nebelig, unangenehm, aber nicht so schlimm wie vorgestern beim Einlaufen. Und dann zeigt sich das Wetter von der schlechten Seite: Der Wind gegenan, die Strömung auch! So fällt die Entscheidung, unter Segel, aber weiter südlich in den Golfstrom zu gehen.
Der Rest des Tages vergeht mit Segel setzen und Segel bergen. Um 23:15 steht das letzte Manöver im Logbuch, da dann Setzen… Nur: Der Motor läuft die ganze Zeit mit.
Und da ich heute nicht mal ein Foto gemacht habe, suche ich eine alte Geschichte raus: Da begegnen einem die ulkigsten Gefährte auf See – und das meist bei Nacht. So auch dieses! „Ohne Kommando“ – auf gut deutsch: Ein unbemanntes Fahrzeug. Iimmerhin 55x24 m groß und mit fast 10 kn unterwegs. Aber auch unbemannt hält er brav etwas über 1 Meile Abstand. Danke!
Aber ob ich das "ohne Kommando" so recht glauben darf? Eher nicht.... Zumindest nicht bei diesem Schiffchen!