2026 07 18 Flucht vor dem Sturm

Mittagsposition: 36° 40.64 N, 067° 53.27 W, Etmal: 128 sm.

Mittagspositionen

Aktueller Standort mit dem zurückgelegten „Pfad“.

Meine Tageshighlights: Eine Seemannsdusche de lux mit 28° Seewasser und anschließend 2 Liter Süßwasser – auch das warm!
Nachdem wir die ersten zwei Tage eine Menge zweiflügliger, vierbeiniger „Freunde“ von Bord gebeten haben, kommen heute die in der Küche dran: Die Löcher für die Sicherung der Töpfe sind als Insekten-Hotel missbraucht! Siehe Fotos. Die werden raus gebohrt und bekommen auch ein einfaches Seemanns-Grab!
Über den „Freund“ im Segel berichtet dann Ralf, ich steuere ein Nacht-Foto bei! Nettes Nest!

Ralfs Bericht:

Die Nacht über motoren wir nach Südosten. Auf dem Kurs wären wir in 300 sm in Bermuda. Ob das Bermuda-Dreieck bis hierhin sich auswirkt? Chrischan versucht doch noch Segel zu setzen und findet im seit Cape Charles nicht entfalteten Groß im Lazybag ein Vogelnest, sogar noch mit einem unausgebrüteten Ei. Das Nest geht über Bord. Trotzdem fallen beim Setzen noch genügend Piniennadeln aus den Falten, die wohl eine Decksreinigung notwendig machen (vielleicht warten wir auch einfach auf Sturm und Seegang, die das für uns erledigen). Der Wind bleibt schwach und ein Motor muss unterstützen.

Ab Mittag nimmt der Wind zu, und wir können die Segel voll setzen und den Motor ausschalten. Etwas später kommt dann doch Reff 1 ins Groß. Bei bis zu 6 Windstärken machen wir trotzdem gute Fahrt, nahe an der Rumpfgeschwindigkeit. Es scheint, als würden wir es schaffen mit den 150 Meilen auf südöstlicher Route dem gröbsten Starkwind auszuweichen. Die See wir etwas höher und mit Wind und Seegang von genau querab bockt sich RE über die etwas holprige Piste.

Frau Google findet per Ferndiagnose heraus, dass es sich bei dem Vögelchen wahrscheinlich um einen Carolina Wren (Zaunkönig) gehandelt hat. Hoffentlich ist er wieder gut zur Küste zurück gekommen (Ich hatte im Morgengrauen einen kleinen braunen Vogel um die RE fliegen sehen, der dann in Richtung Virginia Beach verschwand. – Die wissen, wo es schön ist.)

Zum Abendessen gibt es Resteverwertung, Pizza von gestern, Salat und Avocado-Baguette. Bei der schwülen Hitze, 28°C Wassertemperatur und dem Seegang, hat keiner richtig Hunger. Wir sind wohl jetzt auch weit genug von den Rauch- und Aschewolken aus Kanada weg. Zur Abwechslung gibt es den ersten schönen Sonnenuntergang auf See.

© 2020 C. Fuhrmann