2026 07 25 Segel-Manöver

Mittagsposition: 42° 36.51 N, 050° 27.49 W, Etmal: 123,9 sm.

Mittagspositionen

Aktueller Standort mit dem zurückgelegten „Pfad“.

Ralf:

Wir haben uns entschieden, die Azoren mit ihrem Mega-Flautenhoch an Steuerbord liegen zu lassen und im Wind zu bleiben. Kurs Ouessant und den Kanal. Mit Sonnenaufgang, dem ersten, der diesen Namen wirklich verdient, bringe ich wieder die Schleppangel aus. Als ich nach einiger Zeit die Angel kontrolliere ist der Köder samt Bleigewicht weg, der Wirbel zwischen Vorfach und Leine in der Mitte gebrochen. Also, anderen Köder mit Gewicht dranbasteln, Angel wieder raus.


Delphine springen an Steuerbord. Bis ich die Kamera klar habe, sind sie wieder weg. Auch Sturmtaucher sind wieder unterwegs. Unsere kleine Schwalbe ist nirgends mehr zu finden. Ich hoffe, sie findet den Weg zu ihrem Ziel. Der Wind, der Wind, das ungezogene Kind. Ab 10 Uhr schläft er wieder fast ganz ein, um am Spätnachmittag wieder aufzufrischen. Um 12 Uhr dann die nächste Zeitumstellung. Eigentlich hatten wir den Längengrad schon gestern Abend, aber für unsere 2-Mann-Crew ist es praktischer am Mittag umzustellen. Jetzt sind wir nur noch 4 Stunden von Euch entfernt!

Am Nachmittag wieder Delphine. Chrischan hat die Kamera klar, aber diesmal haben sie keine Lust zu springen. Trotzdem gibt es ein paar schöne Bilder. Wir durchfahren eine Fischereiflotte. Na klar, wir sind auf den Grand Banks of Newfoundland, einem fischreichen Gebiet im Nordatlantik. Früher wurden für diesen harten Job Hochleistungs-Schoner gebaut, wie die Blue Nose, die man heute noch in Lunenburg, südlich von Halifax, besichtigen kann. Ein Fischereifahrzeug kommt so nah, dass Chrischan es fotografieren kann, im Mast die kanadische und die Flagge Nova Scotia’s.

Abends gibt es Würstchen, eine große Schüssel Salat und Brot. Danach checken wir nochmal den Wind für die Nacht und ich lege mich hin. Um 3 Uhr ist die Nacht ja wieder zu Ende.

Viertel vor Zehn holt Chrischan mich hoch. Wir müssen die Besegelung ändern, bei Dunkelheit, auffrischendem Wind und bockendem Boot. Geht aus Sicherheitsgründen nur mit 2 Mann. Also, ParaSailor runter, verstauen, Groß und Fock hoch. Beim Groß hakt es etwas, aber danach können wir östlichen Kurs mit 7 kn anliegen. Um halb Elf bin ich wieder in der Koje.

Chrischan:
Ja – voraus waren (schwere??) Regenwolken. Und da bekam ich Bedenken, Unwohlsein. Wir hatten sowieso schon AWA von unter 90° hatten. Also der scheinbare Wind (Aparend Wind Angel) zeigt, dass der Wind von der Seite, nicht von hinten kommt. So wäre eine Böe nicht in Geschwindigkeit, sondern in Seitenkraft umgesetzt worden. Und da dann 150 Quadratmeter gegen zu halten… Nebenbei: Der Para lässt in dieser Stellung auch keine schnellen Kurswechsel zu. Alles nicht gut.…

Und noch ein Highlight des Tages: Das lang gesuchte Wasserleck ist Geschichte. Üble Geschichte…. Sherlock Holmes: Schließe aus, was nicht sein kann. Was übrig bleibt, muss es sein! Wasser läuft nicht rauf. Die Stbd-Innenseite war trocken. Ergo: Es muss von der Stbd-Außenseite, also ganz rechts, kommen. Vernagelt, wie ich war, habe ich das Wasser als von links nach rechts laufen sehen.

Bei mir half das Denken nicht, aber Kommissar Zufall. Ich suchte eine Festplatte mit einer jüngeren Datensicherung. Und fand: Wasser! In der Tasche mit den nicht gebrauchten Computern! Zwei Bücher hatten ordentlich Wasser gezogen – man beachte das Foto. Die Elektronik war (noch) trocken. Und die Tasche stand im Nassen. Das „lieferte“ der benachbarte Kanister. Da stehen nämlich 2 Notfall-Wasserkanister neben meinem Bett. Und einer war undicht.

Passte nun alles: Am ersten Tag hatte ich Ralf noch gesagt, 1 Liter pro Tag, am zweiten dann 0.75 l und am dritten 0.5 l. Klar – der Tank wurde langsam leerer…. Und so floss das Wasser aus dem Tank, unter der Computertasche und in einen Spalt unters Bett. Da hatte ich es auf dem Weg nach links entdeckt, aber eben die Fliessrichtung falsch herum interpretiert. Dann an einem schönen Spundloch abwärts und unter der Decke der Bilge, sprich dem Fußboden, zu den Kabelsträngen. Und da tropfte es dann auf die Außenhaut und lief in die Bilge.

Zu den anderen Fotos:
Delfin-Alarm, aber kein Sprung-Foto gelungen…
Fischer-Flottille mit AIS Bojen!! So was haben wir beide auch noch nicht gesehen, aber wunderbar: Da kann man sich gut von den Netzen klar halten.

2026 07 25 Segel-Manöver

Mittagsposition: 42° 36.51 N, 050° 27.49 W, Etmal: 123,9 sm.

Mittagspositionen

Aktueller Standort mit dem zurückgelegten „Pfad“.

Ralf:

Wir haben uns entschieden, die Azoren mit ihrem Mega-Flautenhoch an Steuerbord liegen zu lassen und im Wind zu bleiben. Kurs Ouessant und den Kanal. Mit Sonnenaufgang, dem ersten, der diesen Namen wirklich verdient, bringe ich wieder die Schleppangel aus. Als ich nach einiger Zeit die Angel kontrolliere ist der Köder samt Bleigewicht weg, der Wirbel zwischen Vorfach und Leine in der Mitte gebrochen. Also, anderen Köder mit Gewicht dranbasteln, Angel wieder raus.



Delphine springen an Steuerbord. Bis ich die Kamera klar habe, sind sie wieder weg. Auch Sturmtaucher sind wieder unterwegs. Unsere kleine Schwalbe ist nirgends mehr zu finden. Ich hoffe, sie findet den Weg zu ihrem Ziel. Der Wind, der Wind, das ungezogene Kind. Ab 10 Uhr schläft er wieder fast ganz ein, um am Spätnachmittag wieder aufzufrischen. Um 12 Uhr dann die nächste Zeitumstellung. Eigentlich hatten wir den Längengrad schon gestern Abend, aber für unsere 2-Mann-Crew ist es praktischer am Mittag umzustellen. Jetzt sind wir nur noch 4 Stunden von Euch entfernt!

Am Nachmittag wieder Delphine. Chrischan hat die Kamera klar, aber diesmal haben sie keine Lust zu springen. Trotzdem gibt es ein paar schöne Bilder. Wir durchfahren eine Fischereiflotte. Na klar, wir sind auf den Grand Banks of Newfoundland, einem fischreichen Gebiet im Nordatlantik. Früher wurden für diesen harten Job Hochleistungs-Schoner gebaut, wie die Blue Nose, die man heute noch in Lunenburg, südlich von Halifax, besichtigen kann. Ein Fischereifahrzeug kommt so nah, dass Chrischan es fotografieren kann, im Mast die kanadische und die Flagge Nova Scotia’s.

Abends gibt es Würstchen, eine große Schüssel Salat und Brot. Danach checken wir nochmal den Wind für die Nacht und ich lege mich hin. Um 3 Uhr ist die Nacht ja wieder zu Ende.

Viertel vor Zehn holt Chrischan mich hoch. Wir müssen die Besegelung ändern, bei Dunkelheit, auffrischendem Wind und bockendem Boot. Geht aus Sicherheitsgründen nur mit 2 Mann. Also, ParaSailor runter, verstauen, Groß und Fock hoch. Beim Groß hakt es etwas, aber danach können wir östlichen Kurs mit 7 kn anliegen. Um halb Elf bin ich wieder in der Koje.

Chrischan:
Ja – voraus waren (schwere??) Regenwolken. Und da bekam ich Bedenken, Unwohlsein. Wir hatten sowieso schon AWA von unter 90° hatten. Also der scheinbare Wind (Aparend Wind Angel) zeigt, dass der Wind von der Seite, nicht von hinten kommt. So wäre eine Böe nicht in Geschwindigkeit, sondern in Seitenkraft umgesetzt worden. Und da dann 150 Quadratmeter gegen zu halten… Nebenbei: Der Para lässt in dieser Stellung auch keine schnellen Kurswechsel zu. Alles nicht gut.…

Und noch ein Highlight des Tages: Das lang gesuchte Wasserleck ist Geschichte. Üble Geschichte…. Sherlock Holmes: Schließe aus, was nicht sein kann. Was übrig bleibt, muss es sein! Wasser läuft nicht rauf. Die Stbd-Innenseite war trocken. Ergo: Es muss von der Stbd-Außenseite, also ganz rechts, kommen. Vernagelt, wie ich war, habe ich das Wasser als von links nach rechts laufen sehen.

Bei mir half das Denken nicht, aber Kommissar Zufall. Ich suchte eine Festplatte mit einer jüngeren Datensicherung. Und fand: Wasser! In der Tasche mit den nicht gebrauchten Computern! Zwei Bücher hatten ordentlich Wasser gezogen – man beachte das Foto. Die Elektronik war (noch) trocken. Und die Tasche stand im Nassen. Das „lieferte“ der benachbarte Kanister. Da stehen nämlich 2 Notfall-Wasserkanister neben meinem Bett. Und einer war undicht.

Passte nun alles: Am ersten Tag hatte ich Ralf noch gesagt, 1 Liter pro Tag, am zweiten dann 0.75 l und am dritten 0.5 l. Klar – der Tank wurde langsam leerer…. Und so floss das Wasser aus dem Tank, unter der Computertasche und in einen Spalt unters Bett. Da hatte ich es auf dem Weg nach links entdeckt, aber eben die Fliessrichtung falsch herum interpretiert. Dann an einem schönen Spundloch abwärts und unter der Decke der Bilge, sprich dem Fußboden, zu den Kabelsträngen. Und da tropfte es dann auf die Außenhaut und lief in die Bilge.

Zu den anderen Fotos:
Delfin-Alarm, aber kein Sprung-Foto gelungen…
Fischer-Flottille mit AIS Bojen!! So was haben wir beide auch noch nicht gesehen, aber wunderbar: Da kann man sich gut von den Netzen klar halten.