2026 08 13 Putztag

Mittagsposition: 50° 11.53 N, 003° 20.81 W, Etmal: 116,4 sm.

Mittagspositionen

Aktueller Standort mit dem zurückgelegten „Pfad“.

Jaaaah! Genussvoll streiche ich das Wasser aus dem güldenen Haar! Na gut – gülden ist es nicht, eher silbern. Und wer nun sagt: Haar ist da auch nicht mehr viel, nun, der hat wohl recht. Aber nach einer wunderbar, fast schon zu heißen Dusche fühlt sich die Welt so wundervoll an!

Wir haben den späten Vormittag, also die Zeit gleich nach meinem Aufstehen genutzt. Die See war ruhig, Wind – leider – nicht in Sicht. Und so haben wir die Terrasse entsalzen. Alle Polster abgespült und ins Trampolin zu Trocknen. Den Steuerstand und dann die Terrasse selbst abgespült. Ralf hat dann sogar noch alle Fenster von außen entsalzen. Zumindest grob! Da muss ich natürlich noch einen drauf setzen und wasche die Tischdecke. Endlich ist alles so weit, dass wir das Trocknen abwarten müssen.

Ralf:

Um 3 Uhr weckt mich der Duft nach gebackenem Kuchen. Chrischan hat während seiner Wache schon für den Seemannssonntag vorgearbeitet. Wir müssen weiter motoren. Der Wind will einfach nicht so, wie wir oder die Wettermodelle es gerne hätten.

Es ist viel los. Die richtig Großen interessieren uns nicht, da sie weiter draußen im Verkehrstrennungsgebiet fahren, wir aber in der Küstenverkehrszone. Aber hier sind natürlich andere Segler, Yachten, Fischer, kleinere Schiffe, sowie kreuzende Schiffe, die die jeweiligen Häfen an der englischen Küste anlaufen, unterwegs. Aber mit der Kombination aus elektronischer Seekarte, AIS und Radar, ist das kein Problem. Alles wird auf dem Bildschirm angezeigt. Die Zeiten von manueller Positionsbestimmung, DECCA-Karten mit roten, grünen und blau-lila Linien für die Funknavigation oder die Koppelspinne sind Geschichte. Aber es ist gut, wenn man die grundlegenden Fertigkeiten hat, falls die Elektronik mal ausfällt, und wir zur Brötchennavigation zurückkehren müssen.

Mittags fällt bei ruhiger See und sonnigem, nicht zu heißen Sommerwetter (schöne Grüße an die Hitzewelle-Geplagten) die Entscheidung zum Reinschiff. Die Terrasse und die Fenster werden vom Salz befreit, die Polster abgespult und in der Sonne getrocknet, und auch eine Dusche ist noch drin. Herrlich so ein Segelboot mit WaterMaker und Solaranlage. Bei dem Wetter brauchen wir mit Frischwasser und Energie nicht zu sparen.

Einschub Chrischan:
Doch dann der Alarm: „MoB“! Nein – nicht Mensch über Bord. Mein Lieblingsschwamm ist Over Bord, sehe ihn im Kielwasser. Nun – wir sind ja unter Motor, kein langwieriges Segelmanöver. Da wird auch für einen Schwamm Aufstand gemacht. Maschine zurück, Fahrt aus dem Boot und gleichzeitig drehen. Die zweite Maschine dazu und zurück. Ralf entdeckt den Ausreißer. Katamaran-mäßig fahren wir rückwärts drauf zu und Ralf fischt ihn auf! Hurra!! Das hat schnell und gut geklappt. Na ja – und erfolgreich! Ich kann weiter sauber machen…

Danach, es ist ja schließlich Donnerstag, ‘Aaaa-Seemannssonntag’, mit Kaffee, Tee und Kuchen. Im Anschluss lädt das Wetter noch zu einem ausgiebigen Sonnenbad ein. Wir können auf dem Vorschiff liegen, und zu dem, kurz vorher noch gesetzten, geblähten ParaSailor, hinaufblicken.

Leider bleibt der Wind schwach. Nach dem Abendessen müssen wir den ParaSailor wieder bergen und den Motor anschmeißen. Aber, da wir ihn auf dem Atlantik nass zusammenpacken und auf die Seite legen mussten, ist er nun schön getrocknet und gelüftet, kann also wieder in der Steuerbord-Vorpiek verstaut werden, bereit zum nächsten Setzen, sollte der Wind es zulassen. Zum Abendessen gibt es dafür Soul-Food, Nudeln (Penne) mit Roter Soße à la Ralf. Immer ein Genuss!

© 2020 C. Fuhrmann