2026 07 27 April - Wind

Mittagsposition: 43° 43.96 N, 045° 03.16 W, Etmal: 119,0 sm.

Mittagspositionen

Aktueller Standort mit dem zurückgelegten „Pfad“.

Die Nachtwache begann blöde. Kaum war Ralf weg, begann ein blödes Windspiel: Fast Flaute wechselte sich im Halbstundenrhythmus mit viel Wind ab. Mal überlege ich, einen Motor anzuschalten, dann wieder schaue ich, ob nun gerefft werden muss.

Dann kommt ein Frachter auf RE zu. Ich rufe ihn an. Damit scheine ich ihn zu wecken. Aber willig dreht er dann ein wenig ab und bleibt so 0,6 Meilen querab. Das ist eine Entfernung, da schaut so ein 300m – Ding ganz schön groß aus!

Um 02.15 Uhr ist es dann so weit: Der Wind geht über 23 kn. Also: Reffen! Und klar – schon beim Reffen merke ich, dass es doch wohl nicht so schlimm ist. Um 3.00 Uhr erscheint Ralf: Es ist fast Flaute! Also reffen wir noch gemeinsam aus. Dann möchte ich schlaaaafen….

Nur in meiner Koje begrüßt mich Wasser! Also – ein richtig großer Fleck! Dieses Mal ist ganz klar, wo der her kommt. Aus der Luke über’m Bett tropft es. Abwischen, Handtuch, Eimer, Fluchen. Nun – um den Rest kümmere ich mich morgen!

Nebenbei: Ich habe jetzt NoForreignLand auf dem Handy laufen und das scheint gut zu klappen. Da sollte also oben im Link unsere Position fast sekündlich aktualisiert sein...

Ralf:

Das Spiel mit dem Wind geht weiter. Die Segel schlagen. Chrischan kommt hoch und wir bergen die Segel, überlegen, ob wir einen Motor anschmeißen. In diese Überlegung hinein frischt der Wind wieder auf. Also setzen wir die Fock. Chrischan geht wieder schlafen. Aber bei dem wechselnden Wind ist an Kurs halten nicht zu denken. Alles ändert sich im halbstündigen Wechsel, Fock nach Backbord, Fock nach Steuerbord, Doppelfock in Schmetterling. Der Wind dreht einmal um die RE herum. Das Schlagen der Fock und der Schot weckt Chrischan. Wir setzen das Groß in Reff 2. Chrischan geht wieder schlafen. Aber erholsam war das für ihn nicht.

Über Tag beruhigt sich alles. Immerhin mal ein beständigerer Wind, wenn wir auch den eigentlich geplanten Kurs nicht steuern können. Strom und Wind drücken uns nach Südosten, was vielleicht auch gar nicht so schlecht ist, da uns im Norden Gegenwind erwartet. Chrischan kann bei Sonnenschein und leichtem Seegang eine Schadstelle im Bugnetz und den Verschluss an der Steuerbord-Backkiste reparieren. Die RE läuft unter Groß und Fock ganz passabel. Am Spätnachmittag frischt es wieder auf und der Seegang wird wieder rauer.

Am Abend dann das Highlight des Tages. Nachdem die Frischvorräte aufgebraucht sind, gibt es zum ersten Mal Nudeln mit roter Soße. Hurra! Allerdings müssen wir aufpassen, dass uns die rote Soße bei dem Seegang nicht vom Herd springt.

Auf dem Atlantik. Ralf war so von der Morgen-Farbe begeistert. Und wie immer: Im Video sieht es nur halb so wild aus wie in Echt!

© 2020 C. Fuhrmann