2026 08 02 Unangenehm

Mittagsposition: 44° 33.31 N, 028° 29.29 W, Etmal: 112,5 sm.

Mittagspositionen

Aktueller Standort mit dem zurückgelegten „Pfad“.

Ralf:

Um Mitternacht ist der Wind fast eingeschlafen. Die Wellen kommen kreuz und quer, umkreisen RE wie Boxer, ein Haken von links, ein Schwinger von rechts, eine Gerade von vorne, ein Schlag in den Nacken. Jeder Wellentreffer überträgt sich auf alles an Bord. Man weiß nicht mehr, wie man sich in der Koje hinlegen soll, um das auszugleichen.

Danach frischt der Wind wieder auf. Nach 2 ½ Stunden hole ich Chrischan aus dem Schlaf. Das Groß muss ins Reff 1, ein Manöver, das mit zwei Mann unkomplizierter und sicherer abläuft. Nach einer weiteren Stunde nehme ich auch die Fock in Reff 1. Wir sind so hoch am Wind wie es geht. RE stampft, rollt und bockt sich über die Wellen. Immer, wenn der Bug in eine Welle eintaucht, verringert sich unsere Geschwindigkeit. Ohne Festhalten geht nichts mehr. Schreiben, oder die Buchstaben auf der Tastatur zu treffen, wird zur Herausforderung. Zusätzlich machen Seegang und die heftigen Bewegungen des Bootes zusätzlich müde. Man muss sich festhalten, wenn man etwas tut, und der Körper versucht ständig, die Bewegungen auszugleichen.

Der Tag vergeht, ohne das wir viel mehr machen, als RE beim Segeln zuzusehen. Der Wind kommt genau aus der Richtung, wo wir hinwollen, zwingt uns nach Ost-Südost.Wir versuchen eine Nordostströmung zu finden, die uns Richtung Großbritannien und Eingang Kanal weht.

Zum Abendessen hat Chrischan vorgekochte Kürbissuppe aufgetaut. Lecker! Bei dem Seegang hat keiner Lust richtig zu kochen. Auch der Seegang lässt etwas nach.

© 2020 C. Fuhrmann